Eine kaputte Kette, ein einzelner Ohrring, ein altes Familienerbstück, das niemand mehr trägt – die meisten Menschen haben irgendwo eine kleine Sammlung an Goldstücken liegen, die sie eigentlich nicht mehr brauchen. Was aber passiert eigentlich, wenn man solches Altgold verkauft? Wir erklären den Weg vom eingelieferten Schmuckstück bis zum fertigen Barren.
Warum man Altgold nicht einfach „ablesen“ kann
Altgold ist selten reines Gold. Schmuck besteht meist aus Legierungen – Gold gemischt mit Kupfer, Silber oder anderen Metallen, um es härter und alltagstauglich zu machen. Zwei Ringe mit demselben Stempel (zum Beispiel 585, also 58,5 % Feingold) können trotzdem unterschiedlich viel Fremdmetall enthalten, je nachdem, welche Legierung der Hersteller verwendet hat.
Bei einzelnen, sortenreinen Stücken lässt sich der Feingehalt direkt an der Oberfläche messen, etwa mit unserer Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA). Schwieriger wird es bei gemischten Posten: altem Schmuck aus verschiedenen Quellen, Zahngold mit Rückständen oder industriellen Feilungen. Hier würde eine einzelne Messung nur einen Ausschnitt zeigen – nicht die tatsächliche Zusammensetzung der gesamten Menge.
Der Prozess: Einschmelzen, Probe, Analyse
Für gemischtes Material gehen wir deshalb einen zusätzlichen Schritt: Wir schmelzen es in unserer eigenen Schmelze ein. Durch das Einschmelzen vermischen sich alle enthaltenen Metalle gleichmäßig zu einer homogenen Masse. Aus dieser flüssigen Phase entnehmen wir eine repräsentative Probe – ihre Zusammensetzung entspricht dann exakt der der gesamten Charge.
Diese Probe wird anschließend im Labor per RFA analysiert. Das Ergebnis zeigt die genauen Anteile an Gold, Silber, Platin, Palladium und Fremdmetallen wie Kupfer. Erst auf dieser Grundlage erstellen wir Ihnen ein Angebot – nicht auf Basis einer groben Schätzung.
Danach wird die Schmelze zu standardisierten Barren gegossen und zur Weiterverarbeitung an spezialisierte Scheideanstalten wie C. HAFNER oder Heimerle + Meule weitergegeben, die das Material affinieren – also in seine reinen Bestandteile trennen.
Was danach mit dem Gold passiert
Das gewonnene Feingold verschwindet nicht einfach im Kreislauf, sondern wird wieder zu neuen Produkten verarbeitet: neuem Schmuck, Anlagebarren, technischen Bauteilen. Recyceltes Gold ist chemisch nicht von neu gefördertem Gold zu unterscheiden – der Unterschied liegt allein in der Herkunft, nicht in der Qualität.
Für die Umwelt macht das einen Unterschied: Goldförderung im Bergbau ist ressourcen- und energieintensiv. Jedes recycelte Gramm Gold muss nicht neu abgebaut werden. Das ist kein Marketingversprechen, sondern eine simple Folge davon, wie der Rohstoffkreislauf funktioniert.
Wer diesen Prozess nutzt
Nicht nur Privatpersonen mit einer Schublade voll altem Schmuck profitieren von diesem Ablauf. Auch gewerbliche Einlieferer – Goldschmiede, Dentallabore, Juweliere – lassen bei uns regelmäßig Produktionsreste, Kehrgold oder Altbestände einschmelzen und analysieren. Der Prozess ist derselbe, nur der Umfang unterscheidet sich.
Mehr zum Ablauf für gewerbliche Kunden finden Sie auf unserer Gewerbe-Seite.
Sie möchten wissen, was Ihr Altgold wert ist? Auf unserer Seite zum Edelmetallankauf erfahren Sie, wie Sie Material bei uns einreichen können – vor Ort in Berlin oder per versicherter Post.